IMG_1921Beim Wahlomat steht „Die Partei“ aufgrund ihrer geschickt formulierten Positionen meist ganz vorne. Satire macht nun mal vor nichts Halt. Deren Grenzen lotete am letzten Sonntag der Tagesspiegel mit einem Artikel von Just Müller- Neuhof auf der Meinungsseite aus.

Kaum sind die Krümel des Frühstücksbrötchens weggewischt, schaut man in den Abgrund tiefschwarzer Gedanken. Unter dem Titel: „Ehe für alle“ wird die Empfehlung des Europäischen Gerichtshofes Scheidungen nach der Scharia, einem Teil des Korans, wegen Ungleichbehandlung von Frauen nicht anzuerkennen, kritisiert.

Fast genüsslich mokiert sich der Autor, dass so erst recht viele islamisch verheiratete Frauen diskriminiert werden und um die Rückgabe eingebrachter Güter zittern müssten. Nach dreimaligen Ausruf  des Mannes ihrer Verstoßung gilt normalerweise die Ehe als geschieden. Eine Scheidung nach deutschem Recht wäre entschieden langwieriger und mit erheblich höheren Kosten verbunden.

Nahtlos in diese Reihe polemischer Krittelei auf Kosten benachteiligter Minderheiten fügt sich der kürzlich erschienene Beitrag des Philosophen Christoph Türcke in der Süddeutschen ein. Auch hier wieder ein ähnlich unangenehm ironischer Unterton, wenn er den Mut zur Selbstüberwindung, der dem Westen sosehr fehle, in terroristischen Glaubenskämpfern neidisch bewundert.

Schöner lässt sich der von inhaltsloser Zweckhaftigkeit seines Daseins geplagte Mensch kaum beschreiben. Von allen guten Geistern verlassen ohne vertraute Zuversicht ist er immer auf der Suche nach dem letzten Kick.

Veröffentlicht von schlingsite

Unverhofft kommt oft.

6 Comments

  1. #KatastrophenTouristen 😁✌ muss gestehen mir ging auch ein Grinsen über’s Gesicht, als Trump Chef wurde 😂 sorry

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    1. Inzwischen weiß man schon nicht mehr, ob man lachen oder lachen soll über die vielen Abstrusitäten.😎

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  2. Was für die einen Satire ist, ist für andere das reale Leben.
    Und Duplo ist für die einen einfach ein Schokoriegel, für andere die längste Praline der Welt.
    In der Tat, heutzutage erkennt man manchmal erst auf den zweiten Blick, ob etwas Satiere oder eine ernst gemeinte Nachricht ist.

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    1. Am Abend als die Mauer geöffnet wurde, glaubte ich zuerst an einen Gag des Nachrichtensenders, was sich aber durch die Sichtung unendlich langer Trabischlangen dann doch als ziemlich wahrscheinlich erwies.🎃

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  3. Nach dreimaligem Ausruf die eine oder andere etablierte Partei zu verstoßen, wird wohl immer der Wunschtraum vieler Wähler bleiben …

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    1. Weihrauch, Kerzen, Kreuze, nüscht hilft.

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