20170427_060406Fern großer Touristenströme durchfließt auch die schöne Panke Berlins Mitte. In dieser lieblichen Talaue zwischen Bayer-Monsanto und dem Wirtschaftsministerium finden derzeit umfangreiche Maßnahmen zur Renaturierung des ursprünglichen Verlaufes statt.

Nach dem Bundeswehrkrankenhaus etwa in Höhe eines verwunschenen alten DDR Wachturmes zweigt die Idi von Aminstr., welche an den 2003 im saudischen Exil verstorbenen ugandischen Diktator erinnert, unversehens links ab. Nur wenige hundert Meter weiter überquert diese dann mutig den tiefgewundenen südlichen Pankeabzweig. Schon lässt sich das Ziel, die gemächlich vor sich hin plätschernde Spree, erahnen.

Das vor einigen Jahren noch als Golfplatz genutzte Gelände vom Stadion der Weltjugend bietet nun bald Platz für tausende meist modisch mit beigegrauem Trenchcoat und lässigem Schlapphut bekleidete Menschen. Rechter Hand erhebt sich, wie aus dem Nichts, das wuchtige kubistische Herzstück der neuen Zentrale für staatliche Sicherheit. Noch einmal greift seine dunkle bräunlichgrün glänzende Fassade das Thema Panke auf.

Vorbei an dem sich gelegentlich mit durchdringlichen Warntönen öffnenden riesigen Tor des firmeneigenen Parkhauses wird der Blick magisch von dem Eckhaus des Komplexes angezogen. Seine freundlichen Ockertöne unterstreichen den biedermännischen Stil und bieten einen starken Kontrast zum schräg gegenüberliegenden Gebäude. Fast sehnsüchtig schauen dort unzählige Satellitenschüsseln von den Balkonen zum Horizont.

Ein allzulanges Hantieren mit der Kamera könnte da die Aufmerksamkeit von Polizeistreifen, Anwohnern oder den Insassen unauffälliger Zivilfahrzeugen erregen. Militaryklamotten wirken hier leicht overdressed. Der übliche Trainingsanzug des gebürtigen Weddingers reicht vollkommen aus und bietet eine Alternative zum Outfit von Bewohnern der unter Millionärschutz stehenden Mitte.

Die archäologische Entdeckung eines hasenartigen Wesens, wie in einem Artikel zuvor berichtet, lockt vermehrt Besucher in diesen seit ewigen Zeiten kommenden Stadtteil. Weiter nördlich stehen größere Gebiete unter Milieuschutz. Es stehen aber zum Ausgleich für Renaturierungmaßnahmen genügend Brachflächen für den bauwilligen Investor bereit. Entgegen landläufigen klimatischen Vorbehalten hinsichtlich der Nachverdichtung bietet doch gerade Nähe Wärme in einem immer kälter werdenden Gesellschaftsklima.

Veröffentlicht von schlingsite

Unverhofft kommt oft.

5 Comments

  1. Schön war die Zeit, als ich noch an der Station Schwartzkopffstrs. gewohnt hab…

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    1. Inzwischen soll beabsichtigt sein den U- Bahnhof wieder in Walter-Ulbricht-Stadion umzubenennen

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      1. Das ist ja grad modern anne U6 in Mitte.

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  2. Lebe hier nunmehr seit Jahren aber der Millionärsschutz ist ja unübersehbar 😁 gelungener Artikel über ne schöne Ecke 😁✌

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    1. Danke für die netten Worte; sobald sich Gelegenheit bietet, mach ich rüber. 😊🏖

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