„Die Angst fährt immer mit“, so ein Busfahrer der BVG zur Gentrifizierung. Seitdem er seinen Bus nicht mehr durch Prenzelberg steuern muss, wirkt er wesentlich gelassener. Auf seiner Linie über den Wedding nach Pankow hat er keine möglichen Übergriffe eben noch freundlich lächelnder Mütter zu befürchten, welche ihn vielleicht unter wüsten Beschimpfungen vor sich hertreiben bis er ermattet vor einem Bioladen zu Boden sinkt. In manchen Stadtteilen Berlins sind ähnliche Zusammenrottungen nicht unbekannt und Polizeieinsätze nicht ganz ungefährlich.

Oft beruhen Zwistigkeiten nur auf Missverständnissen. Wohltuend vor dem Hintergrund  jüngster Äußerungen und gegenseitiger Beschuldigung ist die Erinnerung  an vergangene Zeiten  des Einverständnisses. Der wieder zeitgemäße Appell  an gemeinsame Werte oder dass wir doch alle an denselben Gott glauben, welchen Namen er auch hat, ist oft zu hören. Schon Kaiser Wilhelm der Zweite bezeichnete sich als Freund des Islam und forderte zum gemeinsamen Kampf gegen die Habsucht auf.

Allerdings hat kürzlich der Außenminister des Hauptes der Türken nach den Behinderungen dessen Wahlkampfes schon von Religionskriegen gesprochen. Dabei wird außerachtgelassen, dass Moslems in Deutschland nie unter Verfolgung litten und auch Asyl geboten wurde. Die zuvor in ihren Herkunftsländern zerstrittenen Ethnien hauptsächlich Türken, Kurden und jetzt vermehrt Araber  – was dem Diskurs in Glaubensfragen neue Impulse gibt –  leben hier meist friedlich nebeneinander. Inzwischen wurden dankenswerterweise polarisierende Auftritte von Politikern abgesagt.

Im Rahmen der Imagepflege öffentlicher Institutionen, demnächst auch für die Polizei und Rettungskräfte, werden noch immer griffige Ideen gesucht. Die Aufschrift:“Jedes Grüppchen kocht sein Süppchen“ wurde wegen fehlenden Fingerspitzengefühls bisher noch nicht genehmigt. Gerade Ernährungsfragen sind für viele Lebensinhalt und Philosophie zugleich. Da könnte sich der gemeine Rohköstler leicht übergangen fühlen und je nach Naturell vollkommen durchdrehen.

Veröffentlicht von schlingsite

Unverhofft kommt oft.

5 Comments

  1. waehlefreude 23. März 2017 um 8:24

    Hallo und guten Morgen.

    Diese Aufschrift auf einem Berliner Bus, der durch „Pregnant Hill“ fährt, sorgt natürlich für… 😉

    Manchmal liebe ich Berlin einfach nur…. 😉

    Einen schönen Tag.

    Herzlichst,
    Frank

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    1. In vielen Gegenden steht der Berliner besonders vor der Fastenzeit auf dem Speiseplan. Kein Wunder, dass er so einen eigenartigen Humor entwickelt hat.🙂LG

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      1. Wenn das kein Argument ist. 😉

        Liebe Grüße,
        Frank

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      2. Der Kannibale von Rotenburg hat den Berliner gemeinsam mit dem Berliner in der Fastenzeit gegessen?
        Gilt das als Fastenbrechen?

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        1. Teilweise ist das so geschehen, doch das kann jedem mal passieren und gehört letztlich ein Stück weit zum privaten Bereich.🏠

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