img_1557Zur Fassenacht habe ich mich mal schwarz geschminkt, ein Baströckchen angezogen und mit Konfetti geworfen. Das fanden alle lustig, einer ganz besonders. Meine Eltern waren aber dabei, das war ganz gut. Danach ging es bei meiner Freundin erst recht lustig weiter. Zum Naschen gab es auch jede Menge, denn ihre Mutter arbeitete in einer Schaumkopffabrik. Manche gingen auch als Cowboy oder spielten Indianer. Apatschen gegen Komantschen war am beliebtesten.

Das kommt heute aber nicht mehr so richtig an. In Berlin, wohin wir dann umgezogen sind, geht das gar nicht. Da ist es genau umgekehrt. Das ganze Jahr über kann jede Rolle gespielt werden, nur an diesen drei Tagen nicht. Dann gucken die besonders mürrisch, wenn jemand mal helau ruft und sich auch noch verkleidet hat. Schulfrei gibt es hier auch nicht am Rosenmontag.

Autos dürfen übrigens auch nicht einfach so zum Spaß angehalten werden. Das muss vorher als Demonstration angemeldet werden. Die Polizei sperrt vorher alles ab. Dafür darf das jedoch fast jeden Tag stattfinden. Konfetti ist ganz verboten, doch ein paar Steine tun es auch. Mein Vater gibt sich als weißer Mann, der mit Geld nur um sich wirft. Was meine Mutter macht, sage ich nicht.

Morgens muss ich immer ein paar Pillen nehmen, damit ich nicht so rumzappele. Wenn ich mal alt genug bin, möchte ich gern viel Abenteuer erleben als Revolutionär oder so. Vielleicht entdeckt mich Google, denn ich bin jetzt bei Fakebook. Informatik sollen wir jetzt auch lernen. Mein Deutschlehrer sagt, dass ich dafür gute Voraussetzungen habe. In Pokemon, so eine Art Schatzsuche, bin ich supergut und habe schon viele Freunde gefunden.

Veröffentlicht von schlingsite

Unverhofft kommt oft.

7 Comments

  1. Ich warte schon die ganze Zeit, dass Google mich entdeckt.
    Aber nix is.
    Wenn das so weitergeht, muss ich mich auch noch verkleiden … 🙂

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    1. 👯👯

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  2. In Berlin kann man immerhin ab heute in meist mit Luftschlangen dekorierten Bäckerei-Ketten Pfannkuchen (Pfannkuchen, Leute, nicht Berliner!) kaufen. Und dann draußen im Regen und Sturm verzehren. Nö. Ich verkleide mich heute. Und am Montag ist Feiertag. Der Berliner kann mich dann mal.

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    1. Verkleidet als hessischer Tourist unbedingt Krebbel, natürlich ohne Füllung und nur mit veganen Hefekulturen verlangen, lockert die Stimmung des Verkaufspersonals bestimmt schon mal erheblich auf.

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      1. Karneval = carne vale, auf deutsch: adieu Fleisch, da ist der Veganismus nicht weit. Ich finde, es gibt Schlimmeres. Zum Beispiel, daß die Berliner nicht Fastnacht feiern (können).

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        1. Vielleicht fühlen sich Berliner dadurch verspottet, wo sie sich doch so ernsthaft verkleiden.

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