IMG_1204.jpgKaum hatte Diakon Blech den Rüffel von ganz oben weggesteckt, kündigten sich die nächsten Gewitterwolken in Form einer Versetzung an. Wenigstens steht heute die wöchentliche Skatrunde auf dem Programm. Bis dahin war Zeit eine Antwort auf die neuesten Vorwürfe eigenmächtiger Interpretation niederzuschreiben.

Bis in den letzten Winkel des alltäglichen Lebens schaut ein vielfältig verehrtes höchstes Wesen. Zärtlich beschützt es die selbstgeschaffene Welt seiner Jünger wie in einer Fruchtblase vor fremden Zugriff. Ihr allerdings toter Herrscher ist eine Unfehlbarkeit anstrebende Maschine. Anstelle von Gebetsbüchern früherer Zeiten werden nun Smartphones emporgehalten. Trotzdem erlaubt erst die Teilnahme an technischen Entwicklungen deren Mitgestaltung.

Die Erfahrbarkeit von Stille in zahlreichen Dependancen gereicht zu einem unschätzbaren Vorteil. Seit der Beschilderung als Wififreier Standort sind zudem steigende Besucherzahlen zu verzeichnen. Nicht nur bei Kindern beliebt ist der einmal monatlich aufgestellte Wigwam. Das darin flackernde Lagerfeuer ersetzt jedes Display und Traumbilder entsteigen den erzählten Geschichten. Im Winter natürlich sollten diese Treffen nach innen verlegt werden. Bemalte Stoffbahnen bilden ein Zelt um die vom Licht vieler Kerzen beleuchteten Weihrauchschwaden.

Zwecks Anpassung an heutige Sprache empfiehlt sich eine Textüberarbeitung. Die Äußerung: „Seid fruchtbar und mehret Euch.“  wäre doppelt gemoppelt und bedeute körperliche Erhaltung  bei geistiger Mehrung, beziehe sich also nicht nur auf unten sondern auch auf oben, stößt bei manchen auf empörtes Unverständnis. Diese Darstellung sollte selbstverständlich nur dazu dienen Lehrmeinungen durch erweiterte Interpretationsmöglichkeiten zu unterstützen. Der Ausdruck  am Ende des ersten Teils des Satzes war etwas unglücklich gewählt und wird zukünftig durch zweifältig ersetzt.

Die Zeit für den vergnüglichen Teil des Tages brach an. Seine Skatbrüder saßen schon beim zweiten Schoppen, als er endlich im Gasthaus: „Zum goldenen Ochsen“ eintraf. Lamentow trommelte nervös mit seinen knochigen Fingern, mahnte ihn bloß nicht lange rumzuquatschen und mischte sorgfältig die Karten. „Du mußt reizen.“  Blech überlegte wie weit ergehen könnte bei dem Luschenblatt. 18, 20 …

 

Veröffentlicht von schlingsite

Unverhofft kommt oft.

One Comment

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s