Abwertende Lautäußerungen können das Wohlgefühl , welches doch das oberste Ziel menschlichen Strebens sei, nachhaltig beeinträchtigen. In den Focus der Sprachforschung ist jetzt das n als zweithäufigster Buchstabe nach dem e geraten. Scheinbar unschuldig tummelt sich dieser zusammen mit anderen auf der weiten Sprachwiese. Sobald er befreit aus der Begleitung an die Spitze springt, entfaltet sich seine unheilvolle Wirkung. So sind denn nur wenige Worte mit n beginnend positiv einzuschätzen. Schon bei der Lautbildung, wobei die Zungenspitze den Gaumen drückend die Mundhöhle verschließt, zeigt sich eine grenzensetzende Absicht. Besonders deutlich erkennbar am ein, dem er sich zugesellt hat, um es dann von beiden Seiten fest umklammert in nein zu verwandeln.

Namhafte Experten einer Bildungskommission empfehlen daher, wie schon früher praktisch angewandt, solcherlei Worte der Liste der auszusondernden Begriffe hinzuzufügen. Mit der Einschränkung der Möglichkeit ihrer Verwendung verschwänden diese samt Bedeutung aus dem Denken. Eine neue Wortbildung mit anderen Buchstaben wie beispielsweise mit j sei anzuraten. Jein klingt doch wesentlich freundlicher und offener als sein schroffer Vorgänger. Bis adäquater Ersatz gefunden ist, sind diese zu vermeiden oder die entstandenen Lücken vorübergehend mit Pfeif-, Schnalz-, Knack- oder Schmatzgeräuschen hilfsweise aufzufüllen.Der Kreativität eröffnen sich auf diese Weise ungeahnte Räume.

Auch Begriffe aus anderen Sprachen können dabei helfen gefühlte Diskriminierung zu verhindern. Läßt sich doch das Wort man leicht durch das ähnlich klingende one ersetzen ohne auf das mundartliche mer zurückzugreifen. Nach dem Vorbild englischer Sprache, welche auf weibliche Formen weitestgehend verzichtet, bietet sich zudem die Verwendung des neutralen sächlichen Artikels an. Im Zuge der Gleichstellung  ist natürlich auch die Frage von Groß-und Kleinschreibung zu erwähnen. Bis dahin lassen sich Sprachfallen wahrscheinlich am besten mit dem berühmten Ausspruch:“ Wer nix sagt, sagt auch nix Falsches“ an seiner schützenden Leitplanke leicht umgehen.

 

 

Veröffentlicht von schlingsite

Unverhofft kommt oft.

4 Comments

  1. Jetzt versteh ich endlich, warum uns schon die Sesamstraße warnte, von Fremden im Trenchcoat negative Buchstaben auf dem Schwarzmarkt zu kaufen.

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    1. Jemandem ein X für ein U vormachen, ist eine hohe Kunst, welche in vielen Kreisen nicht ganz unbekannt ist.

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  2. In Afrika wohnen sehr sehr viele Jeger.
    Tatsächlich, die Empfehlung funktioniert …

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    1. Hierzulande allerdings wird das j in diesem Falle besser durch pfl ersetzt, da dieser Beruf in die Kritik geraten ist.

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